Franklinturm Zürich Oerlikon

2013-2014

2011 hat unser Büro im Rahmen einer Testplanung die städtebaulichen Auswirkungen von Hochhausstandorten südseitig entlang der Bahngleise Oerlikons untersucht. 2013 schrieb die SBB auf dem Perimeter "Südwest-Mitte" zwischen dem Perron 1 und der Hofwiesenstrasse einen Wettbewerb aus. Ein internationaler Teilnehmerkreis bestehend aus zehn Architekturbüros wurde zu einem zweistufigen Verfahren eingeladen. Die Teams hatten den Auftrag, Projektentwürfe für ein neues Hochhaus beim Bahnhof Oerlikon zu entwickeln. Unser Vorschlag wurde zur zweiten Stufe zugelassen und erreichte den 2. Rang.

Gestärkte Mitte

Die Setzung eines markanten Hochhaus-Neubaus soll zusammen mit den anderen Hochhäusern um den Bahnhof Oerlikon eine gleisübergreifend lesbare Mitte stärken. Dies geschieht durch Übersteigerung und Idealisierung der vorgefundenen räumlichen Enge am Gleisfeld. Das Volumen wird östlich maximal dicht an den Bahnhof und die Quartierverbindung platziert. Die Absicht: dem Gebäude eine Rolle als Bahnhofplatzabschluss zukommen lassen und in direkten Dialog mit dem Hochhaus "Swissôtel" treten. Die Volumenkonzentration am Platz ermöglicht zudem eine bessere Loslösung vom hoch gebauten Westkopf des Zentrums "Neumarkt".

Städtisches Foyer 

Aus der Enge vielseitiger Anforderungen ans Erdgeschoss wird eine Qualität gemacht. Ein doppelgeschossiger, im Gebäudevolumen liegender Arkadenraum wird zum "städtischen Foyer" mit innenräumlichen Qualitäten. Anstelle einer funktionalen Raumtrennung von Velorampe, Lobby und Kommerzflächen werden die Nutzungen hier zusammengeführt. Visuell knüpft der Zugang zum Hochhaus somit direkt an den Bahnhofplatz an. Die Lobby erfährt eine räumliche Bewegung in Querrichtung des Gebäudes mit Ausblick auf die Gleise.

Feinmaschiges Kleid 

Der Franklinturm befindet sich in einer der Blockrandstruktur vorgelagerten Schicht dicht am Gleisfeld und reiht sich in die Solitärkette der bahnnahen Bauten ein. Eine vertikale Fassadensprache verankert das Volumen mit seinen Vor- und Rücksprüngen glaubwürdig in der Sockelpartie. Die dunkle, warm schimmernde Metallfassade unterstreicht die Zugehörigkeit zur Bahnlandschaft.

Ein feinmaschiges Fassaden-Kleid mit geschossübergreifender Gliederung fügt das Hochhaus massstäblich ins Stadtbild ein. Im Sockelbereich öffnet sich die Fassade durch eine breitmaschige Gliederung allseitig zum Stadtraum. Zusätzlich akzentuieren umlaufende Sturzbänder im Erdgeschoss und am Dachrand die Abschlüsse des feinmaschigen Prinzips – ähnlich der Bordüre eines Kleides.

Projektinformation

 

Auftrag:

SBB Immobilien, Development Region Ost

2-stufiger Studienauftrag 2013, 2. Rang

 

Daten:

Hochhaus 80 m, 22 Geschosse

GF: 23'267 m2 / HNF: 16'515 m2

 

Mitarbeit 10:8 Architekten:                                          

Gardar Snaebjörnsson, Gregor Schlup, Lutz Neumann, Achille Patà, Eric Wall

Georg Rinderknecht, Katrin Schubiger, Jürg Senn

 

Projektpartner:

Leutwyler Partner Architekten

Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure

Locher Ingenieure

Mebatech

Ernst Basler + Partner

Kopitsis Bauphysik

Conti Swiss

Hess Immocare