Kirche St. Felix und Regula

Zürich 2008–2013

Die katholische Kirche St. Felix und Regula im Quartier Hard ist 1950 vom Architekten Fritz Metzger und dem Ingenieur Emil Schubiger erbaut worden.

Sie schufen mit einer progressiven Raumidee ein herausragendes Werk des zeitgenössischen Kirchenbaus.

2008 führte die Baukommission St. Felix und Regula einen Studienauftrag für die betriebliche und gestalterische Erneuerung der Innenräume durch. Unser Beitrag überzeugte durch eine sorgfältige Lesart der ursprünglichen Raumidee und einen Projektvorschlag, der die Ausdruckskraft des Originals wieder offenbart.

 

Ein gemeinsamer Raum

Das zentrale Thema von Metzgers Raumidee ist das Zusammenkommen im gemeinsamen Raum. Indem er den Hauptraum – entgegen dem herkömmlichen Kirchengrundriss – quer zwischen Eingang und Chorwand legt, schafft er die grösstmögliche Überschneidung von Kirchgemeinde und Altarraum. Unterstützt wird diese Absicht durch die statische Struktur: Eine dünne, vorgespannte Betonschale überspannt den zentralen Raum, schräge Stützen fassen ihn und stellen sich abgelöst vor die Aussenwände und die farbigen Fensterbänder.

 

Metzgers Absicht, durch Reduktion den eigentlichen Sinn und Zweck der Kirche in den Vordergrund zu rücken, zeigt sich auch in der Wahl der Materialien: Unverputzter Beton, Bodenbeläge ähnlich dem auf Strassen und nackte Oberflächen prägen den Kirchenraum. Höhepunkt der Askese ist die ungeschmückte, leere Chorwand. Die Bescheidenheit der verwendeten Materialien will den Reichtum der Kunst und der liturgischen Gegenstände zur Geltung bringen – und damit letztlich die Kirchenfeier.

Das wichtigste Ziel des Umbaus haben wir darin gesehen, diese Merkmale mit unseren Eingriffen wieder lesbar zu machen. 

 

Ein Kirchenplatz für das Quartier

In einem ersten Schritt gelang es, den Vorplatz der Kirche für das Quartier zu öffnen: Mit den baulichen Massnahmen, welche das Tiefbauamt der Stadt Zürich in Zusammenhang mit der Westtangente durchführte, bot sich die Chance, den Platz neu zu gestalten. Zur Hauptfassade der Kirche und zum Turm gesellt sich ein grosszügiger Brunnen aus weissem Beton, der den Ort belebt und eine Verbindung von Kirchenvorraum und Quartiertreffpunkt schafft.

 

Komponierte Motive

Die Eingriffe sind keine Rekonstruktion des Originals. Vielmehr haben neue Anforderungen an die Räume und an die Einrichtung eine subtile Interpretation und Weiterentwicklung der originalen Eigenschaften verlangt. Mit vorgefundenen Motiven und Materialien wurde weiterkomponiert. Verschiedene neue Elemente – Leuchten, Mobiliar und Beläge – wurden so entworfen, dass sie sich vom Original auf den ersten Blick kaum unterscheiden.

Projektinformation

 

Auftrag:

Baukommission St. Felix und Regula

Tiefbauamt der Stadt Zürich

Studienauftrag 1. Preis 2008

Realisierung 2011– 2013

 

Mitarbeit 10:8 Architekten:

Daniel Wyss

Nicole Inauen, Fabian Willi, Yvonne Eder

Katrin Schubiger, Georg Rinderknecht, Jürg Senn

 

Projektpartner:

Peter Steiner Bauleitungen

mosersidler AG

Conzett Bronzini Gartmann AG

Ernst Baumann Bauphysik

Kontra Korrosion Rickenbacher

Behnd Elektroplan

AV Ganz

Calorex Widmer & Partner

AVM Engineering AG