Wohnüberbauung Hüttengraben

Küsnacht, 2009

Der Hüttengraben liegt am nordostseitigen Siedlungsrand von Küsnacht in unmittelbarer Nähe zum Wald. Die benachbarte offene Bebauungsstruktur ist vorwiegend von Ein- und  kleineren Mehrfamilienhäusern geprägt. Der fliessende Landschaftsraum einer Moorwiese sowie eine topografisch prägnante Hangkante greifen in den Perimeter hinein. An dieser Stelle soll eine genossenschaftliche Siedlung mit 60 bis 70 preisgünstigen, familienfreundlichen Wohnungen entstehen. 

Verweben von Landschaft und Siedlungsstruktur

Mit der Platzierung von kompakten Einzelhäusern wird die Absicht verfolgt, die landschaftliche Lesbarkeit des Areals beizubehalten. Der attraktive Grünraum mit seinen hochstämmigen Obstbäumen wird entlang der Hangkante weitergeführt. Hügelzüge, Waldrand und Nachbarhäuser bleiben aus den Zwischenräumen der Bauten heraus sichtbar. Die fünf Häuser gruppieren sich um die Siedlungsmitte. Durch das Auseinanderdriften der sich scheinbar verzahnenden, fragmentierten Grundformen entstehen kurzweilige, Parzellen übergeifend vermittelnde Raumfolgen. In ihrer Volumetrie nehmen die Häuser damit Bezug auf die feingliedrigere Struktur der Nachbargebäude und ergänzen den Siedlungsraum bis hin zum Hangfuss.

Vielseitige Orientierung

 

Die Häuser sind jeweils vierspännig organisiert. Die im Grundriss ausgelagerten Gebäudeflügel und die an den Gebäudeecken platzierten Loggien ermöglichen eine attraktive Ausrichtung aller vier Wohnbereiche in jedem Geschoss. Die Loggia gliedert im Innern gleichzeitig den übereck angeordneten Wohnraum in einen Koch- und Essbereich sowie einen Wohnzimmerbereich. Die Bäder und die Eingangsdielen sind kompakt um ein grosszügiges zentrales Treppenhaus mit Oberlicht organisiert. Die Dachaufbauten verdeutlichen das Thema von „Hülle und Kern“.

Mischbau mit Strickfassade 

Ein struktureller, feingliedriger Charakter der Gebäudehülle verleiht den Häusern Massstäblichkeit und unterstützt die lebendige Mehrseitigkeit der Grundrissdisposition. Die Fassadenstruktur gibt dem Haus Tiefenwirkung und fasst das Volumen – gemeinsam mit der eigenständigen Dachform – zu einem ruhigen Ganzen.

Die Gebäude sind auf der Systematik einer tragenden Hülle in Holzbau- und eines tragenden Kerns in Massivbauweise gegründet. Alle Zimmer- und Wohnungstrennwände sind somit nicht tragend und ermöglichen flexible Grundrisse.

Projektinformation

 

Auftrag:

Baugenossenschaft Zurlinden, Gemeinde Küsnacht

offener Wettbewerb 2009

 

Mitarbeit 10:8 Architekten:

Gregor Schlup

Regula Schweizer

Georg Rinderknecht, Katrin Schubiger, Jürg Senn

 

Projektpartner:

Ernst Basler + Partner