Margarethenbrücke Basel

Der Bahnhof Basel SBB steht vor einem grundlegenden Wandel. Die geplante Verlagerung der Gleisanlagen nach Westen eröffnet die Möglichkeit für einen zusätzlichen Bahnzugang über die neu zu planende Margarethenbrücke. Die Entwicklung dieses Zugangs ist der zentrale Baustein einer Gesamtvision für das Bahnhofsquartier, das sich zu einem lebendigen und vielfältig vernetzten Stadtteil wandeln soll. Im Rahmen des Studienauftrags von Stadtkanton Basel und SBB konnten wir die Idee einer offenen Stadtplattform in ein Projekt übersetzen, welches den Bahnhof städtebaulich aufwertet und besser ins Stadtgefüge einbindet.

Einordnung in die Stadtgeometrie

Mit dem neuen Perronzugang auf einer erweiterten Margarethenbrücke entsteht eine westseitige «städtische Plattform» für das Bahnhofareal Basel. Ihr hybrider Charakter zwischen Brücke und Platz schafft eine neue Beziehung zwischen Bewegung und Aufenthalt – mit freiem Blick auf Bahnhof, Stadt und darüber hinaus.

Die Brücke wird unabhängig von den Gleisführungen als klarer Stadtraum positioniert. Ihre Brückenköpfe verknüpfen das Wegnetz präzise mit Markthallenplatz, Gundeldinger Quartier und dem neuen Bahnhofszugang. Ein identitätsstiftendes Dach begleitet diese Verbindung und macht die neue Bahnhofwestseite zu einem eigenständigen Ort mit starker städtebaulicher Ausstrahlung.

Schwebendes Dach auf drei Stützen

Das Dach lagert auf drei Stützen, die so platziert sind, dass bei späteren Ausbauschritten nichts mehr angepasst werden muss. Es entsteht ein dynamischer, übersichtlicher und kundenfreundlicher Raum unter dem Dach, der von Regen und Sonne geschützt ist. Die bei den Querträgern abwechselnd springende Dachhöhe bringt eine Rhythmisierung in die Grossform, die den Massstab bricht und seitliches Licht unter das Dach bringt.

Nachhaltigkeit als gestalterische Ausgangslage

Um die Hitzeinseleffekte im Sommer zu minimieren und die lokale Behaglichkeit in der Stadt zu verbessern, werden folgende Massnahmen werden ergriffen:

- Baumpflanzungen im Bereich der beiden Brückenköpfe

- Vertikalbegrünungen

- grosszügige Pflanzgefässe im Bereich des Brückenraums

- Perrondächer und neues Dach extensiv begrünt

- verschattete Bereiche unterhalb des neuen Daches, sowie hochreflektierende Beläge und Versickerungsflächen (heller Gussasphalt auf der Brücke)

Die Bahnwelt im Gleisgraben

Für die Bahnkund:innen trägt eine sorfältige Gestaltung der Gleisfeldränder wesentlich zum Wohlbefinden und zu einem verbesserten Raumverständnis bei. Die Widerlagerwände der Brücke sind maximal aufgelöste Betonfachwerke. Sie bilden eine geöffnete Fassade für die dahinter liegenden Velostationen. Die damit beabsichtigte visuelle und akustische Verbindung zur Aussenwelt ermöglicht und akzentuiert eine gute Belichtung, eine einfache Orientierung, eine erhöhte Sicherheit und eine klare Adressierung.

Projektinformation

Auftrag:

SBB Infrastruktur, Kanton Basel-Stadt

Mitarbeit 10:8 Architekten:

Luis Costeiro, Nick Gafner Stanislaw Klajs, Charlotte Hessbrügge, Andrew Li, Miquel Ramon Ribas, Sofia Vila Clavell, Marisa Vocaturi, Andrea Zupan-Dover, Georg Rinderknecht Herzog, Jürg Senn, Katrin Schubiger, Daniel Wyss

Projektpartner:

Conzett Bronzini Partner AG

Diggelmann + Partner AG

Müller Illien Lanschaftsarchitekten GmbH

Jauslin Stebler AG

Lemon Consult AG